Dienstag, 3. Dezember 2013

Salt & Pepper - wenn die Bärte silbern werden....

Denkt man an Hunde, dann hat man vor Kraft strotzende Muskelpakete vor dem geistigen Auge, die übermütig herum tollen; eifrig dem Ball oder der Katze nach jagende Energiebündel, die einfach nicht müde zu kriegen sind und nur Flausen im Kopf haben.

Wie süß sie sind (und wie anstrengend) im Welpenalter, wo rund 20 Stunden jeden Tag alles erkundet wird, idealerweise mit den Zähnen, wo sie neugierig und noch völlig offen allem gegenüber sind (was nicht immer zu aller und jedes Freud ist). Und dann erst, wenn sie pubertierende Halbstarke werden, denen die Welt gehört und die von einem Tag auf den anderen die komplette Erziehung  vergessen, wo es doch schon so gut funktioniert hat. Viele Jahre folgen nun, in denen sie (manche mehr, manche weniger) treu an unserer Seite (oder ein klein bisschen weiter weg hinter dem Hasen her) sind, sich entwickeln, aufbauen, lernen und immer zuverlässigere Begleiter werden. Jahre, die viel zu rasch verfliegen. Und eines Tages fragt man sich, wann der Gang denn bloß angefangen hat, gemütlicher zu werden, seit wann die Spiele nicht mehr ganz so häufig und wild sind und so manche Katze neuerdings geflissentlich übersehen, anstatt verfolgt wird ...
Nun beginnt eine ganz besondere Zeit, in der ich jeden gemeinsamen Tag mit meinem haarigen Freund schätze, als wär's der letzte. Die Kommunikation läuft mittlerweile so unglaublich eingespielt ab, dass Worte überflüssig werden (vereinzelt auch, weil Freund Hund sie ohnehin ignoriert). Das Team Hund-Mensch ist über Jahre hinweg perfekt eingespielt. Jeder kennt die Macken des anderen und hat gelernt, über so einiges hinweg zu sehen.

Ab sofort gibt's den Altersbonus, den jede Fellnase wie selbstverständlich für sich in Anspruch nimmt. Während auf der einen Seite Routinen den gemeinsamen Tagesablauf bestimmen, werden auf der anderen strenge Regeln aufgeweicht. An meiner Seite (das ist nur metaphorisch gesprochen, denn grundsätzlich hinter mir) läuft nun ein Senior - zumindest steht das am Futtersack.

Die Stangen an den Agility Hürden im Garten werden tiefer gelegt, die Anschaffung einer Einstiegsrampe ins Auto in Erwägung gezogen. Bis es soweit ist, gewährleistet eine Hand als Stütze für den Popo den sicheren Einstieg. Diverse stärkende Mittelchen ergänzen das Senior-Futter - der Hund wird "gepimpt". Arthrose, grauer Star & Co sollen auf Distanz gehalten werden. Bei Hitze schalten wir zwei Gänge zurück (das bedeutet mitunter auch mal rückwärts) und der eine oder andere Spaziergang fällt im Sommer sogar aus. Stattdessen wird im temperierten Haus gechillt.

Der Tierarzt ist mit den jungen Hunden schnell fertig. Senior kriegt dafür von Mal zu Mal mehr Aufmerksamkeit. Es wird tief in die Augen geschaut, ob hier nicht schon der graue Star lauert (Tipp: Ginko aus der Human-Apotheke für gute Durchblutung). Es wird weit ins Maul geschaut, denn die Zähne sind abgearbeitet und irgendwann ist eine Zahnsteinentfernung nötig. Am Herzen wird lange gelauscht und auf der Waage heißt es "weniger ist mehr".

Wer ist hier der Boss?
Die aufstrebenden Youngsters tanzen den Oldies gerne mal am Kopf herum, aber wem der Sinn ohnehin nicht nach einer Führungsposition steht, der lässt sie ungestraft gewähren und wartet als 4-beiniger Senior geduldig bis der Spuk vorbei ist. Und wo es keine Action gibt, sind auch die Jungen rasch wieder weg.

 
Neuerdings habe ich fast schon ein schlechtes Gewissen, wenn ich zum Spaziergang aufrufe. Während 2 Schwarze in Sekundenschnelle parat stehen, höre ich von der Hundecouch ein tiefes, unwilliges Grunzen. Dasselbe, das ich auch vernehme, wenn ich morgens das Haus verlasse und alle Ganzkörperbehaarten in den Garten jagen möchte.
Während ich noch die Schuhe binde, stehen zwei bereits ungeduldig zappelnd an der Tür. Die beiden anderen verhalten sich still und tun so, als wären sie gar nicht da. Die 14-jährige Buffy liegt in einem der 10 im Haus verteilten Körbe, die sie sukzessive in Beschlag genommen hat und fühlt sich nicht angesprochen.


Die 10-jährige Stella drückt sich noch tiefer in ihren Polster und nur eine zuckende Augenbraue verrät mir, dass sie mich hinter ihrem Poni abwartend beobachtet und hofft, dass ich sie übersehe.

Gut, wenn wir ehrlich sind, Stella's Lebensmotto ist seit jeher: erst schauen, dann (vielleicht) bewegen. Ohne persönliche Einladung steigt Stella nicht aus dem Auto aus. Zur Abendrunde will sie freundlich gebeten werden. Während sie noch mit dem Kopf im Futternapf steckt und genießt, steht daneben schon das Brösel-Abräum-kommando, Phoebe und Balu. Die Zeit, die sie braucht um ein Rindsohr zu verzehren, reicht bei Balu für 10 und mehr.

Selbst wenn ich manchmal am liebsten einen Düsenantrieb an ihr montieren würde, wird mir in überlegten Momenten bewusst, dass es etwas Großartiges ist, das ich von meinen Oldies gelernt habe, in einer Zeit, in der immer alles schnell und sofort geschehen muss: die Ruhe, wieder zu erlangen, in der die Kraft liegt, im Hier und Jetzt zu leben und einen Gang zurück zu schalten, damit wir nicht allzu schnell ans Ende dieses Lebens gelangen.

Montag, 2. Dezember 2013

Alle guten Dinge sind ....

Kürzlich bin ich auf der Suche nach Literatur für meine Masterarbeit im Bereich Arbeitsrecht über ein Büchlein meiner Lieblings-Hundeschriftstellerin gestolpert. Ich muss gestehen, dass ich hier wohl ein wenig abgeschweift bin. Aber Fakt ist, dass ich entdeckt habe, dass es nun auch Literatur über die Mehrhunde- oder Meutehaltung gibt. Voller Begeisterung habe ich sofort bestellt (Arbeitsrecht wartete am Abstellgeleise) und sehr gespannt dessen geharrt, was da kommen möge.

Das winzige Büchlein, das kurze Zeit später eintraf, brachte, bis auf wenige Ausnahmen, viele NoNas. Wenig Überraschendes, aber alles sehr nett und in gewohnt liebevoller Art beschrieben. Aber für einen Satz darin, gleich zu Beginn, bin ich der Autorin wirklich dankbar, nämlich dass "mehr" auch "lustiger" bedeuten kann. Wie wahr, dachte ich. Es gibt an Anekdoten und Erinnerungswürdigem Unzähliges, was leider viel zu schnell in Vergessenheit gerät, wenn man es nicht zufällig mit der Kamera festhält oder jemand dabei ist, mit dem man sich zerkugelt und Jahre später noch drüber lachen kann.

Unsere Freundin Martina kann sich beispielsweise bestimmt noch dran erinnern, wie ich über die Stella flog (Kuckucksnest war grade keines in der Nähe). Während sie es nicht wagte zu lachen, konnte ich nicht mehr aufhören - trotz pochender Hüfte. Wir waren damals fest am Tratschen, während sich die Hunde am Feldrand neugierig umtaten. Als Balu merkte, dass Schwester Suki etwas unglaublich Interessantes gefunden hatte, sprang er mit einem Satz zu ihr hin - als das Ende der Flexileine erreicht war, sprang ich (unfreiwillig) hinterher über die neben mir stehende Stella. Die harte Landung bremste meine Hüfte. Während ich fast starb vor lachen, war die arme Martina kreide bleich und besorgt.

Um Erinnerungen ja für die Ewigkeit fest zu halten, wurde früher ein Fotoalbum nach dem anderen angelegt - zu Beginn mit viel Liebe, Mühe und Zeit - Schnörksel, Beschriftungen und Datum - nichts durfte fehlen. Irgendwann verschwanden dann die Schnörksel, blieb keine Zeit mehr für Beschriftungen und das Datum konnte man ja am Foto mit andrucken, also wozu hinschreiben. Zuletzt wurden die Fotos grade mal in einer Kiste gesammelt mit dem fixen Vorhaben, sie irgendwann mal, ordentlich, so wie zu Beginn, wenn wieder mehr Zeit ist, beim nächsten Kind, Hund, Freund .... Heute ist's vorbei mit "ab in die Kiste", heute wird gebloggt. 
Stella als Polster für Balu
Ja, stimmt schon, viele der Fotos zeigen die Bande ja ohnehin nur beim Schlafen, was aber keinesfalls daran liegt, dass wir so wenig unternehmen, sondern, dass die Person hinter der Linse mit dem Finger am Abzug 1. nur dann halbwegs passable Fotos zustande bringt, wenn sich nichts bewegt und 2. überhaupt nur in solchen Momenten zwei Hände frei hat für diese Aktion ....
Suchbild: wo ist Phoebe?

Außerdem ergeben sich diese wunderbaren Motive eben gerade nach ausgedehnten Spaziergängen und Herumtoben im Freien. Wenn ich nach dem "Jagen"  alle wieder erfolgreich eingesammelt und nach Hause gekarrt habe und die Bande dann zufrieden zusammen knotzt, hab ich auch die nötige Ruhe und den Kopf für Erinnerungsfotos.

Unsere Freunde suchen wir übrigens meist nach Farbe aus - ideal sind weiße oder sehr helle Hunde - so besteht relativ geringe Gefahr, dass ich irrtümlich auch fremde Hunde mit nach Hause nehme.

Außerdem muss ich gestehen, sind die Weißen viel fotogener. Unzählige Fotos, die durchaus tolle Motive enthalten hätten, musste ich immer wieder löschen, weil außer Schwarz nur Schwarz und sonst wenig zu sehen ist. Dass der große schwarze Fleck im Zentrum des Fotos eigentlich 3 verschiedene Hunde sind, die sich ineinander verflechten, um es gemütlicher zu haben, ist dann leider meist nicht mehr zu erkennen.

Hier zeigt sich übrigens ein klassisches Rudelverhalten, an das die blutjunge Maggie sich unglaublich flott angepasst hat - Hunden kann man viel vorwerfen, aber bestimmt nicht, dass sie nicht anpassungsfähig wären. Wenn Gras fressen auf dem Plan steht, dann wird Gras gefressen - dass sie keine Schafe sind, hat ihnen noch keiner erklärt. Leider funktioniert das nicht flächendeckend, ich würde mir liebend gerne das Rasen mähen ersparen.

Am Hundeplatz beim Spaß-Agility ist die Standardfarbe auch weiß - mit 2 Ausnahmen - eine davon ist Phoebe. Und seltsamerweise spielen die Weißen meist nur mit den Weißen und Phoebe mit der schwarzen Hündin .... Eine Form von Rassismus unter Hunden? Das hübsche weiße Gesichtchen gehört übrigens zu einer Hündin mit dem passenden Namen "Hopsi".

Wer denkt, dass mein Verständnis für das Ruhebedürfnis der Hunde auf das gleiche Gegenverständnis trifft, irrt gewaltig. Wenn drei 4-beinige Gesellen meinen, dass mal Zeit für was anderes wäre, dann gibt's Kollektiv-Hypnose.





Zwei Stunden später sieht das dann so aus ..... Ins Auto Einsteigen folgt übrigens einem festen Ritual: Balu steigt als erster ein und wird an die rechte Kofferraumwand beordert. Als nächstes folgt Phoebe - sie wird gleich links neben Balu eingeschlichtet. Nun bleibt noch ein schmaler Streifen links, wo Stella einspringt und sich sogleich umdreht und ihre Endposition einnimmt. Sollte ich mal keinen Job mehr in meinem Berufsfeld bekommen, kann ich immer noch Sardinen in Dosen schlichten - mit den Hunden habe ich das ja ausreichend trainiert.

In der warmen Jahreszeit und auf der Suche nach passenden Spielgefährten fahren Phoebe und ich manchmal ganz gerne in einen wunderschönen Park ganz in der Nähe. Und manchmal haben wir echtes Glück und treffen Gleichgesinnte, so wie hier auf dem Foto. Den Anfang machte eine junge Hundedame im passenden Format. Da ging schon eine Weile die Post ab bei den Mädels, als auch noch eine dritte Hündin, Amy, dazu kam - freundlich, sozial und spielewütig. Als die 4-Beinigen endlich Ermüdungserscheinungen zeigten, machten wir uns gemeinsam entlang des Kanals auf zu unseren Autos. Während ich den Leuten noch von Phoebe's Wasserleidenschaft und meiner Sorge, sie könnte jeden Moment ins Wasser gehen, erzähle, hüpft die kleine Verrückte wie zum Beweis in die reißenden Fluten und treibt eilends ab. Während ich in heller Panik und großer Sorge neben ihr her renne, hat sie DAS Vergnügen ihres Lebens. Sehr entspannt drein blickend läßt sie sich dahintreiben und geniesst den Ritt in den Fluten wie ein Surfer die Wellen auf Hawaii. Nach einer Brücke reisst mir dann allerdings der Geduldsfaden. Ich gehe baden ... und fische einen begossenen Puli aus dem Gewässer. Draußen erwarten mich neben einer helfenden Hand sehr amüsierte Blicke ....

Aber um ehrlich zu sein, ich wäre auch in einen eiskalten Bergsee gesprungen, um die Kleine zu retten. Selbst, wenn es so aussieht, als würde sie uns am Kopf herum tanzen - sie tut es so, dass jeder damit gut zurecht kommt und wir sie trotzdem oder vielleicht gerade deshalb sehr lieb haben.





Stella hat sich für ihr Alter unglaublich gut arrangiert mit dem "Nachwuchs" und steht gerne zum Kuscheln, aber auch zum Blödeln zur Verfügung.

Hier die Damen im Sommerkleid - ausgelassen und verspielt - egal ob ein  oder zehn Jahre alt.


Stella musste zwei Babys großziehen und erdulden - aber grade sie ist die Beste dafür. Wenn auch oft im ersten Moment ruppig, so ist sie dann letztendlich ein Magnet für unsere kleinen und großen Hundefreunde. Offenbar sehen die sofort in ihre Seele. Die kleine Maggie hat es sich beispielsweise zur Angewohnheit gemacht, nach wildem Spiel mit Phoebe stets kurz zu Stella zu laufen, ihr einen festen Schmatz aufzudrücken und erst dann kann es weiter gehen mit Schnüffeln, Tollen und Rangeln.

Ja, ich muss zugeben, ohne Haarkleid ist sie einem Ferkel zum Verwechseln ähnlich. Ja wirklich, auch das ist Phoebe. Nein, bestimmt kein vierter Hund, wie manche jetzt vielleicht denken werden. Und ja, auch das wäre bei jemandem wie mir durchaus möglich, aber in dem Fall ist es bestimmt die kleine Phoebe - nur eben ganz OHNE Fell und MIT Ringelschwänzchen.


Hier eines der eher seltenen gelungenen Fotos, wo beinahe erkennbar ist, wie viele Hunde darauf sind. An der Länge der Damenhaare ist ersichtlich, dass es nur ein Winterfoto sein kann. Und nach einem Spaziergang im Neuschnee ändert sich das Aussehen der Kleinsten auch wieder ganz markant. Bei uns werden Schneebälle nicht geworfen, sondern gesammelt - an den Beinen, am Bauch und am Popo - je nachdem wie hoch er eben ist - der Schnee.
Und bei Schnee zeigt sich endlich auch ein großer Vorteil der Fellfarbe meiner Black Beauties: sie sind bei Tag UND bei Nacht gut sichtbar auf dem weißen Untergrund. Gut, ist kein Grund gleich nach Grönland auszuwandern, auch wenn 3/4 von uns durchaus winterfest sind, ohne sich wie ein Michelin-Männchen verpacken zu müssen, bevor's ins Freie geht.

Letztens hab ich übrigens böse Blicke geerntet mit einem Scherz, den ich selbst genial fand. Ich erklärte der netten Verkäuferin in einem Tierbedarfs-Supermarkt, dass das kein Pudel, sondern ein Hütewischmopp ist - ein Hund, mit dem man den Schmutz, den er macht auch gleich aufwischen kann. Ich werde diese Filiale eine Zeit lang sicherheitshalber meiden - sie sah aus, als überlegte sie, den Tierschutz anzurufen.....
Wenn die wüsste, wie gut es die Schwarzen haben - zwischen Tollen und Rumalbern ein wenig Kuscheln und Dösen, Fressen, wieder Tollen und Rumalbern, weiter mit Kuscheln und Dösen bis zur Fütterungszeit .... A propos Fütterungszeit - ich hab was total Geniales entdeckt. Früher war bei Balu die Schüssel rascher leer gefressen, als ich sie auffüllen konnte. Selbst die größten Brocken inhaliert er förmlich - Kaugeräusche höre ich bei ihm selten bis gar nicht. Alles was kleiner ist als ein Tennisball, wird einfach verschluckt. Damit die Fütterung zum Event wird, geh ich mit den 3 Messbechern voller Futter in den Garten (ja 3 verschiedene Futtersorten: Mini, Maxi und Senior Maxi), stelle mich in die erste Ecke und verstreue mit großzügiger Geste die Körner in großem Bogen im Gras. Im Grunde sieht es aus, als würde ich Hühner füttern - zumindest so eine Handbewegung ist es, welche die Körner in 5m Umkreis im hohen Gras verteilt. Und schon darf der erste Hund sein Abendessen erschnüffeln. Wenn dann jeder in seiner Ecke fertig ist, geht er zum anderen "helfen". Und wenn ich nach einer halben Stunde wieder raus sehe, hat man den Eindruck, als wären 3 schwarze Schafe beim Grasen.

Ja, dieses Foto straft meine Reden weiter oben Lügen. Es stimmt, hier haben wir einen schwarzen Hundefreund. Dömbi ist uns passiert. Der ruhige, freundliche Riese gehört zu einer sehr zarten, sympathischen Pensionistin, die ganz in der Nähe wohnt und oft unsere Spazierwege kreuzt. Dömbi ist aus Ungarn, weswegen er sich auch so gut mit Phoebe versteht. Die Kleine freut sich den sprichwörtlichen Haxn aus, wenn wir ihn sehen. Generell wird er von meinen Damen sehr umschwärmt. Balu zieht eher ein Gesicht, als würde ihm übel bei seinem Anblick (ich vermute, es ist Eifersucht) und sieht zu, dass er bei unseren Begegnungen rasch alle markanten Punkte der näheren Umgebung markiert und nutzt so Dömbis Ablenkung zu seinem Vorteil.

Pepper hier entspricht wieder unserem bevorzugten Freundschaftsprofil. Wo ich doch immer sage: bloß keine schwarzen Hunde als Freunde - die hab ich dann plötzlich bei mir zuhause, nur weil ich beim Öffnen der Auto-Heckklappe rufe: "Alle Schwarzen bitte einsteigen!"


Sonntag, 14. Juli 2013

Ist es bedenklich ....

.... wenn man in einem Monat doppelt soviel für den Hundefriseur ausgibt, wie für sich selbst in 2 Jahren?
(okay, ich hab halt bei weitem nicht so viel Fell)

.... wenn der Kühlschrank gähnend leer ist, während im Auto ca. 50kg Hunde- und Katzenfutter, im Gefrierfach 15kg TK-Fleisch für die Hundemahlzeit, im Abstellkammerl 100 Rinderohren und 2kg Pansen und gleich daneben noch 6kg Dosenfleisch liegen?
(na gut, ich könnt ein paar kg weniger vertragen)

... wenn man die Namen aller Hunde auf der Wiese, aber keinen einzigen von einem Besitzer kennt?
(also wie ist das jetzt mit dem schlechten Namensgedächtnis? Selektiv schlecht, oder wie?)

... wenn man beim Über-den-Hund-steigen stolpert und lieber mit dem Kopf gegen den Türstock rennt, als dem armen Hund auf sein zartes Haxerl zu steigen?
(also die Wertigkeiten wären klar - besser ein doofes Frauerl, als ein hatschender Hund)


... wenn man vor guter Laune fast zu glucksen beginnt, alleine schon wenn man sie nur beobachtet? (Lebensfreude pur, oder)

Sonntag, 7. April 2013

Phoebe - kleines Rastamädchen ganz groß

VORHER

Phoebe kam zu uns im Tarngewand. Angefangen beim Tierschutz, über den Tierarzt sowie Bekannte und Freunde, bis hin zu einer erfahrenen Züchterin war zweifelsfrei klar: DAS ist ein Pudel! Ganze 10 Monate hat es gedauert, bis die Tarnung endlich aufflog, und die Erkenntnis traf uns wie ein Keulenschlag: ES IST EIN PULI!
Wir zwei lassen nix anbrennen!
In der prä-phoebe Zeit waren wir ein gemütlich alternder 2- und 4-Beinerhaufen, der sich längst großteils nur mehr in eingespielten Bahnen bewegte.

Phoebe brachte bei ihrem Einzug auch gleich die sprichwörtlichen Hummeln im Popo für jeden einzelnen von uns mit.

Zum damaligen Zeitpunkt bewegte sich  unsere 13-jährige Katze Buffy schon seit einigen Jahren wie eine alte Katze. Dank Phoebe bewegt sie sich nun wie eine alte Katze in Eile.
Das liegt daran, dass Phoebe unvermittelt Habt Acht steht, sobald Buffy auch nur mit der Wimper zuckt. Und sobald Buffy losschleicht, beginnen die Spiele: Phoebe läuft die 1. Runde um Buffy => Buffy legt einen Zahn zu. Phoebe läuft die 2. Runde => Buffy ringt sich einen 2. Zahn ab. Bei Runde 3 verharrt die Katze plötzlich und droht Ohrfeigen an. Bei Runde 4 werden Ohrfeigen verteilt und bei Runde 5 ..... Ja, man möchte es kaum glauben - in Punkto Beharrlichkeit hat nun endlich auch die Mieze ihre Meisterin gefunden.

Bauch-frei-Schlaf-Stellung
Das Erstaunlichste aber ist, dass selbst nach der wildesten Jagd und anschließender Verhaue die beiden im nächsten Moment schon wieder irgendwo gemütlich nebeneinander knotzen und schlafen können. Ich finde, das ist nachahmungswürdig. Wir Menschen sind da weit nachtragender. 

Hanging-around-Schlaf-Stellung
Besoffener Hund

Da der Puli trotz geografischer Nähe bei uns so häufig vorkommt, wie Schneesturm im Sommer, kommt es eben so selten vor, dass jemand auf Anhieb erkennt, was  der 4-beinige Wischmopp tatsächlich ist. Und wenn jemand von aller Weite schon ruft: "Jö, ein Puli!" Dann möchte ich liebend gerne antworten: "Jö, ein Ungar!" Und wirklich, die Ungarn (er)kennen ihre Hunde und sind verdammt stolz auf sie. Das gefällt mir und gleichzeitig beschämt es mich, weil wir Österreicher UNSERE Rassen nicht kennen. Welche das sind? Haben wir überhaupt welche? Woher soll ich das wissen? Ich bin doch Österreicherin ....
Phoebe ist tooootal kreativ. Das erkennt man sogar, wenn sie schläft. Bislang gesehene Stellungen:
Ihr persönlicher Favorit ist die "Bauch-frei" Stellung (siehe oben).
Auf Platz 2 die "Hanging-around"  Variante
gefolgt von "besoffener-Hund"
und am ausgefallensten "Phoebe-und-Klon".

Phoebe-und-Klon

Was die Namensgebung angeht, ist Phoebe meine Muse - nur ein paar Kostproben: Quastenlutscher (Phoebe liebt Teppichquasten zum Nachtisch), Singvogel (weil Bellen kann jeder), Wadelbeisser (aber sie macht doch nur ihren Job), Hütewischmopp (dass da ein Hund drin steckt, sieht man halt nicht auf den 1. Blick) ....

Phoebe ist meine erste ... meine erste Kleine; wirklich Kleine; sie ist ja grade mal 1/3 von Stella oder Balu. Ja, ich gebe zu, ich habe auch zu denen gehört, die behaupten, dass es erst dann ein Hund ist, wenn es mindestens bis zum Knie reicht und größere Fangzähne hat als Edward Cullen. Was soll ich sagen: ich bin bekehrt! Phoebe sei Dank!



Wenn ich beobachte, wie sie trippelnd, leicht federnd neben mir her läuft, ohne mich auch nur eine Sekunde aus den Augen zu lassen, wie sie es mit jedem Großen spielend aufnimmt, sich mit Zungenküssen, die so schnell passieren, dass man ihnen fast nicht auskommt, einschleimt bei Freunden und Verwandten, dann bin ich liebend gerne bereit, alle meine Vorurteile und Vorbehalte für immer und ewig über Bord zu werfen, denn DIE Kleine ist wirklich OHO!

NACHHER


Samstag, 16. März 2013

Wir und die anderen (Rivival)

 
"Mit denen brauchen Sie sich nicht zu fürchten" (Vor wem? Vor ihm? männl. um die 50 und Single?)
 
"Jö schau, lieb, Vater, Mutter, Kind" (weibl. um die 35 und lacht)
 
"Was ist denn das für eine Rasse?" "Welcher?" Der Schwarze ...." (männl. und verwirrt)
 
"Schau Mama, da kommt THE GANG!" (weibl. 18, gut drauf)
 
"Ui, der schaut ja aus, als hätte er einen Pulli an!" "Ja stellen sie sich vor, der heisst sogar so!" (weibl., um die 40, verwirrter Blick)

"Beissen's mi eh net?" "Keine Sorge, ich beiss Sie bestimmt nicht!"
(weibliche füllige Dame in den 70ern, die aufgrund meiner Antwort nur mehr herum gestammelt hat :-))

Alle meine Vogerl sitzen auf einem Ast (hihi)
 
Als Halter von 3 Hunden muss man über die zahlreichen (nicht immer positiven oder lustigen) Bemerkungen von Passanten einfach hinweg hören. Mit einem Hund ist man Standard, da schaut dich kaum einer an.
 
Mit 2 Hunden entfernt man sich schon eindeutig von dem, was gesellschaftlich unter "ganz normal" fällt, aber es verursacht  zumindest noch kein Aufsehen.
 
Mit 3 Hunden hingegen wird man angestarrt und angestaunt wie ein Wanderzirkus beim 1. Parademarsch durch die Stadt.
 
Die Begegnungen könnten unterschiedlicher nicht sein. Während die einen mit furchterregtem Blick an den Wegrand stolpern und sich am liebsten vor Angst im nächsten Mausloch verkriechen würden (dabei bin ich doch die einzige Bissige von uns), stellen sich andere, die Balus Schmuseleidenschaft beim 1. Anblick schon erkennen, mitten in den Weg und fordern "Einmal knuddeln, bitte"!

Wenn ich ganz ehrlich bin, dann sind mir persönlich die am liebsten, die sich völlig normal verhalten, sich weder übertrieben negativ noch besonders interessiert oder super hundefreundlich geben. Das sind diejenigen, die respektieren können, dass andere Menschen andere Vorlieben, Meinungen und Lebensweisen haben. Aber genau die sind leider die Ausnahme ....
 
Wer denkt, dass 3 Hunde mehr Stress bedeuten, der hat bestimmt Recht. Wer befürchtet, dass 3 Hunde mehr Geld kosten, dem stimme ich zu. Und wer dann noch meint, dass 3 Hunde 3x soviel Dreck machen, dem kann ich wahrlich nichts entgegen halten.
 
Aber wer so denkt, sollte sich gut überlegen, ob er überhaupt die richtige Motivation und Einstellung zur Hundehaltung mitbringt.
 
Wenn ich mich nach einem fordernden Tag am Abend zu meinen Lieben setze, sich Stella in meine rechte Achselhöhle kuschelt, Balu seinen Kopf mit zufriedenem Seufzen auf meinem linken Oberschenkel ablegt und Phoebe sich letztendlich quer über meine Unterschenkel ausbreitet, dann hab ich das Gefühl, ich bin im Himmel ... und stelle immer  wieder fest, dass 3 Hunde 3³³³ mal soviel Freude bereiten!
 
Franz von Assisi (1182-1226):
"Dass mir mein Hund das liebste sei, sagst du, oh Mensch, sei Sünde. Der Hund ist mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde."
 
 
 
 
 
 
 

 

Donnerstag, 14. März 2013

Balu - Arbeitsvieh und Kampfschmuser

Du hast da einen Tippfehler gemacht - ich
seh's ganz deutlich!
Balu ist ein Arbeitstier - links der Beweis. Für ihn gibt es keinen Spass, kein Vergnügen, kein einfach nur mal so dem Ball nachhopsen oder vielleicht völlig sinnloses an der Beisswurst zerren. Alles muss einen Sinn ergeben - für ihn. Welcher das ist, das weiss nur er.

Typisch für ihn ist sein Ernst. Balu lacht nur selten. Wäre er ein Mensch, würde man sagen: er geht in den Keller lachen. Aber Balu geht nie in den Keller. Die einzige, die hier freiwillig und gerne runter geht, ist Phoebe. Und das auch nur, weil unten die Naschlade (= Katzenkisterl) steht.


Lauter Frauen .... wie soll ich da ein richtiger Mann werden?




Balu ist der Hahn im Korb - einziger Mann unter lauter Damen. Ob das die Ursache für seine ernsthafte Haltung ist?
Balu und sein Freund J. in vertrauter Pose
Das bedeutet lange nicht, dass er sein Leben nicht genießen würde. 


Er ist DER Weltmeister im Schmusen ... und er verhält sich auch noch mit ausgewachsenen 33 kg wie ein Schoßhund. Wer das witzig und entzückend findet, sehe sich den armen , wehrlosen Mann hier am Foto an .....

Auch Freundin M. hielt die Schoßhundstory lange für einen Scherz. Bis zu diesem Moment ...



Seine Mama, man sieht es ihm kaum an, eine Berner Sennenhund Dame, hat sich in einer schwachen Stunde mit einem vagabundierenden Labrador Herrn eingelassen. Das Ergebnis dieses Techtelmechtels waren 4 Bälger, die nix besseres zu tun hatten, als fast ausschließlich nach dem Papa, der kurz nach diesem Vergnügen auf Nimmer-Wieder-Sehen verschwand, zu geraten.
Nur 2 Wochen nachdem die Hundebabies an einem eisigen Spät-Wintertag aus der Mami gepurzelt waren, sah ich meinen Bub, der selbst noch nicht mal die Augen öffnen konnte, zum 1. Mal. Aber ich sorgte dafür, dass er mich mit all seinen anderen Sinnen wahrnehmen konnte, um die Basis für Vertrauen und Liebe zwischen uns zu schaffen.


Mit Stella als uuunglaublich geduldiger Amme, Spielgefährtin, Sparring Partnerin, Mitblödidlerin, Lehrerin und Kopfpolster ist dann aus dem kleinen Würmchen ein richtig prächtiger Rüde geworden.

Eine seiner großen Stärken liegt in seiner ausgeprägten Aufmerksamkeit - das exakte Gegenteil von Couchpotato, vor deren Nase die Rehe Salsa tanzen müssen, damit sie es spitz kriegt. Aber Balu entgeht rein gar nichts! Wenn ein Regenwurm niest, ist Balu der erste vor Ort, um ihm ein Taschentuch zu reichen.
 
Schleicht eine Katze ums Haus, weiß Balu es bereits, bevor sie noch losläuft.

Morgens vorm Aufstehen kann ich mich noch so angestrengt schlafend stellen, Balu durchschaut es und begrüßt mich mit aufgeregtem Niesen (und dazugehörigem Sprühregen) am Bettrand.

Balu sitzt im Auto IMMER mit Blick in Fahrtrichtung (Couchpotato schaut hinten raus - Phoebe kriegt nix mit von der vorbeizeihenden Landschaft - das Los der Kleinen) - er ist wie ein lebendes Navi, das mit leisem Winseln, anstatt mit Worten anzeigt, wenn man angekommen ist.

Balu vergißt nichts. Er merkt sich sogar, wie viele Hypnose-Versuche es bei mir braucht, bis ich mich endlich von einer Tätigkeit ab- und ihm zuwende. Er weiss, wer bei Nachbars zum Haus gehört - nur Fremde werden verbellt.

Noch so eine großartige Fähigkeit ist die, größte Brocken mit einem Satz zu verschlingen. Frei nach dem Motto: was mal unten ist, nimmt mir keiner mehr weg. Bei Nicht-Gelingen kurzes Schmerz-Quietschen, Hochwürgen, rascher Kaugang, nächster Versuch.

Wirklich glücklich lachen sehe ich meinen Buben, wenn wir, die "fantastischen Vier", auf der Rückfahrt von einem ausgedehnten mehrstündigen Spaziergang , an dem wir viele Wildfährten kreuzten, tausenden von spannenden Gerüchen begegnet, über Stock und Stein gestolpert sind und zusammen die Tiere des Waldes beobachten konnten. Wenn wir am Heimweg sind und ich Balus Blick im Rückspiegel sehe, dann sehe ich einen Hund, der glücklich strahlt und mit sich und der Welt im Reinen ist.


B.A.L.U, das steht für:
Bildhübsch
Aufmerksam
Liebenswert
Und klug :-)

Sonntag, 10. März 2013

Geliebte Stinker

Hundeliebe gut und schön, aber wenn es um Gerüche und Geschmäcker geht, gibt es unüberbrückbare Meinungsverschiedenheiten. Wer sich nach dem Lesen der folgenden Zeilen immer noch von meinen Hunden über's Gesicht schlabbern läßt, dem ist nicht zu helfen - ICH hab zumindest gewarnt!
 
Lass mal riechen, welches Parfum du heute aufgetragen hast!
Während die 2-Beinigen grundsätzlich darauf bedacht sind, dass alles frisch ist, was zum Verzehr angeboten oder duftend, was hinters Ohr gesprüht wird, findet sich auf der 4-beinigen Gegenseitige die Fraktion der "je-mehr-stink-desto-lieber".





Zwei, die sich gut riechen können!
Nicht immer kann sich das andere Ende der Leine damit anfreunden, dass sich die (nicht immer - das ist ein Gerücht) feuchte Nase am Boden auf die unermüdliche Suche nach Verwesendem, Hinterlassen-schaften und anderen auf der Ekel Skala im roten Bereich befindlichen "Leckereien" macht.
 
Und so kann es vorkommen, dass sich beim Fund und der jeweiligen Verwertung ein Gerangel und ein Geschimpfe aufgrund der völlig unterschiedlichen Vorzüge der Beteiligten ergibt.
 
Um trotz der von meiner Seite aufgebauten Hindernisse zum stinkenden Ziel zu gelangen, haben meine beiden Großen lange trainiert und eine grandiose Vorgehensweise eingespielt, mit der es ihnen immer wieder gelingt, mich auszuspielen.
 
Balu, unser Kampfschmuser, liegt beim Spaziergang prinzipiell immer vornweg in Führung, während Couchpotato weit hinter uns dahin schlendert und sich (wie bereits beschrieben) minutenlang mit ein und demselben Grashalm umtun kann. Man könnte beinahe vergessen, dass sie überhaupt da ist. Dieses wunderbar eingespielte Tricktäter-Paar geht, zu meiner großen Schande und als Bestätigung eines wirklich außerordentlich kurzen Kurzzeitgedächtnisses, wiederholt mit folgendem "Schmäh" zur Sache:

Kampfschmuser verwertet seine Pole-Position und entdeckt, auf die weiter oben beschriebene, sehr spezifische Schnüffelweise, einen Patzen einer Mords-Leckerei. Diese blitzschnell aufgenommen, flieht er eilends vom Tatort, um mich davon abzubringen, ihm diese wieder abzuringen. Während ich nun alle Hände voll zu tun habe, ihm das gierige Verschlingen zu vereiteln oder zumindest zu vermiesen, nutzt die weiter hinten schleichende Hündin meine Ablenkung und nimmt unbemerkt die Reste der "Sache" mit einer schicken Schulterrolle, gefolgt von einem Rückwutzler in ihr langes, dichtes Fell auf. Bis ich es merke und verhindern kann, riecht mein Couchpotato mittlerweile wie Balu aus dem Maul und der leckt sich inzwischen genüßlich die Reste der "Köstlichkeit" von der Nase.

Manchmal hab ich den Eindruck, dass sie sich nach so einer gelungenen Aktion hinter meinem Rücken gegenseitig zuzwinkern - aber vermutlich bilde ich mir das nur ein ....